You are here:
BIKETOGETHER Weltjugendtag 2011
17 junge Österreicherinnen und Österreicher
- In 10 Tagen 965 km mit dem Rad von Barcelona nach Madrid
- Temperaturen zwischen 10 °C und 40 °C
- Eine Patschenstatistik von 24 Stück bei 15 Radlern
- Weltjugendtag mit über 1,5 Mio. Jugendlichen aus aller Welt
Das und vieles mehr brachte die Radtour mit sich. Los gings am 9. August um 6:50 Uhr am Flughafen Wien Schwechat mit dem Rad als Sperrgepäck im Schlepptau. In Barcelona empfing uns die Bus-Crew, jedoch ohne Begleitbus, da dieser in einer spanischen Werkstatt auf Reparatur war. Den Ankunftstag verbrachten wir entspannt in Barcelona um uns mit der spanischen Gemütlichkeit und der Hitze vertraut zu machen. Dieses „Kräfte tanken“ war auch notwendig, da der erste Radtag bereits 150 km für uns bereit hielt. Die ersten 3 Tage ging es die Küste entlang, wo wir in unserer Mittagspause auch einen Sprung ins Meer machen konnten. Unglücklicher Weise verletzte ich mich am steinigen Strand und musste so am Vormittag des 2. Tages pausieren und im Begleitbus mitfahren. Ich muss gestehen, nach einer derartigen ersten Tagesetappe tat so ein freier Vormittag, trotzt Verletzung, ganz gut.
Unser, bald zur Routine gewordener, Tagesablauf sah in etwa so aus: 5:00 Uhr Tagwache, Frühstück, Packen; 7:00 Uhr Hintern auf den Radlsitz; ca. ab 14 Uhr verdiente Mittagspause inklusive Siesta mit Mittagsschlaf und Messfeier; ca. 17 Uhr wieder in die Pedale getreten, wenn auch nicht mehr so frisch wie am Vormittag – geradelt wird bis zum Quartier, da wurde es auch des Öfteren 22 Uhr bis das Tagesziel erreicht war. Danach Abendessen, Waschen und Schlafen gehen.
Unsere Quartiere, ausschließlich Pfarren, Klöster und Priesterseminare, waren alle grundverschieden. Angefangen von einem großen Schlafsaal, Dixi Klo und Gebirgsbach zum Waschen, über Zeltstadt und Matratzenlager bis hin zu einem extra für dich bezogenem Bett mit Duschen, Toiletten und Swimming Pool haben wir alles erlebt. Das Glücksgefühl, als ich nach zwei Nächten auf der Isomatte in einen Raum mit Betten kam, ist nicht zu beschreiben. Die selbstverständlichen Dinge im Leben werden plötzlich zu etwas Besonderem. Ähnlich ist es mit den Begegnungen mit den Einheimischen. Die Gastfreundschaft, Herzlichkeit und Bewunderung die uns entgegengebracht wurde war überwältigend. Zur Wochenmitte, als es ins Landesinnere ging wurde es einerseits heiß und zugleich auch mühsam. Noch nie zuvor kreisten all meine Gedanken derartig oft rund ums Aufgeben bzw. Weitermachen. Verstärkt wurden diese von den Schmerzen in der Schulter, dem Hintern und den Oberschenkeln. Ohne unsere Gruppe, den Tagesmottos und dem guten Essen, hätte ich diese Radtour sicher nicht geschafft.
An einem Tag hatten wir so starken Gegenwind, dass wir bei einem leichten Gefälle treten mussten um überhaupt voran zu kommen. An diesem Punkt dachte ich nur mehr daran, dass ich das alleine nicht schaffen kann. Eine Weile darauf konnte ich mich ans Hinterrad einer anderen Radlerin hängen und während sie in die Pedale trag musste ich sogar bremsen. Gegen Ende der Radtour kamen wir in ein Mönchsdorf mit 35 Einwohnern. Im Vergleich dazu kam uns Madrid mit seinen 3,3 Mio. Einwohnern und der zusätzlichen Million Jugendlichen leicht überfüllt vor.
Einquartiert wurden wir in Madrid zwei Tage lang in einer Tiefgarage einer Schule. Hier hatte sozusagen jeder seinen eigenen Parkplatz. Umgeben von Chilenen, Tschechen, Deutschen und Voralbergern konnten wir zwei Tage lang ins Weltjugendfieber eintauchen. Nach einer Sightseeing-Tour durch Madrid besuchten wir den Kreuzweg. Am Samstag machten sich rund 1 Mio. Jugendliche auf den Weg zum Flugfeld, wo die Nacht gemeinsam im Freien verbracht wurde. Während der Anbetung mit dem Papst kam plötzlich ein Sturm auf und zwei Gewitter zogen über uns hinweg. Das Motto des Weltjugendtreffens war „In Christus verwurzelt und auf ihn gegründet, fest im Glauben“.
Barbara Strodl
